Gar schwer ist es, in der Einsamkeit das Gehör zu bilden, hier sind ein paar Möglichkeiten, wie man seine Wahrnehmungsfähigkeit schulen kann:

Ein gutes Buch zum Thema ist: "Gehörbildung im Selbststudium" von Clemens Kühn, dtv/Bärenreiter, 12,90 DM

Kaufbare Software:
Computerkolleg Musik Gehörbildung ohne Intonatinoshören 49.- €
audite mit Intonationshören 88.-€

kostenlose Onlineprogramme (Nur das Hochschulprogramm, ohne Intonationshören):
www.good-ear.com
musictheory.net (Vorsicht, man kommt nicht gut wieder davon weg...) Vielerlei Übungen im musiktheoretischen Bereich!
Und noch ein kleines Programm, das die ganze Gehörbildung enthält: GNU Solfege., natürlich Freeware - Ihr kennt mich doch.
Zum Üben für den Gehörbildungstest Anfang der 12. Klasse sind hier der Aufgabenzettel und die Capella-Übungsdatei.
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Um seine Singstimme zu trainieren, dass sie auch immer fein den richtigen Ton trifft, ist das Programm Wtune ganz hilfreich, es arbeitet wie ein Stimmgerät, ist bloß kostenlos und man kann darüber hinaus hinein singen und es gibt einem eine Midi-Datei heraus, die man z.B. in Capella importieren und bearbeiten kann - coool!


(für Rhythmusdiktate gibt es diese Seite: schwisti.de)
Dies alles übrigens auf meinem Wiki nachzulesen (Software)
Jetzt aber mal zu den Übungen auf der Gitarre:
  1. Stimmen der Gitarre mit Flageolett-Tönen
    1. Du legst den linken Zeigefinger (links 1) über den 5. Bund der tiefen E-Saite, berührst die Saite, drückst sie aber nicht runter. Dann schlägst Du die Saite nahe am Steg an, es erklingt ein sog. Flageolett-Ton, in diesem Falle das e'. Das Ton klingt um so besser, je genauer Du den Punkt über dem Bundstab mit dem linken Finger triffst. Der Ton hält sich länger, wenn Du nach dem Anschlagen den linken Finger von der Saite nimmst.
    2. Mit links 3 greifst Du jetzt das Flageolett auf der A-Saite den 7. Bund – die beiden Töne sollten gleich sein.
    3. Jetzt kannst Du Schwebungen hören, die Du per Wirbeldrehung verstellen kannst. Dabei kannst Du üben, zu erkennen, ob das Flageolett auf der A-Saite höher oder tiefer als das auf der E-Saite klingt.
    4. Das geht auf den anderen Seiten auch, also auf A und d, d und g oder h und e'
    5. Die leere h-Saite vergleichst Du übrigens mit dem Flageolett auf der E-Saite im 7. Bund.
  2. Stimmen der Gitarre mit Akkorden.
    1. Ist die Gitarre grob gestimmt, schlage einen Akkord an, höre hinein und überprüft die einzelnen Intervalle auf ihre Stimmigkeit. Vorsicht! Änderungen nur im minimalen Rahmen durchführen, da gibt es schnell ein „zu viel“ und dann stimmt es mit den anderen Akkorden nicht mehr!
    2. Vorschlag für Akkorde: G-Dur (abzugleichende Saiten: E, A, d, g), C-Dur (A, d, g, h, e), D-Dur (d, g, h, e'), zur Kontrolle: E-Dur (gis!!!)
    3. Du schlägst Dich da mit dem pythagoräischen Komma herum. Die Stimmung muss temperiert sein, also, kann kein Akkord richtig rein klingen. Probiere eine Terz rein zu stimmen und dann einen anderen Akkord anzuschlagen – es wird Dich grausen!
  3. Bundreinheit der Gitarre prüfen:
    1. Jetzt schaun wir mal, ob Deine Gitarre bundrein ist, das bedeutet, dass die Bünde an den richtigen Stellen sitzen und der Hals gerade ist. Schlage ein Flageolett über dem 12. Bund an und drücke danach die Saite runter (12. Bund) – nochmal anschlage und die beiden Töne vergleichen. Wenn sie genau gleich sind: Glückwunsch...
    2. Das Gleiche machst Du mit dem 7. Bund und dem 19. Bund.
    3. Greife auch die Grundgriffe (siehe oben, 2.2.) eine Oktave höher und vergleiche die mit den leeren Saiten des Akkords (Beispiel G-Dur: E 15, A 14, d 0, g 0, h 0, e' 15).
  4. Stimmen einer 12-Saitigen Westerngitarre (die hohe Kunst...):
    1. Eine 12-Saite Westerngitarre hat anstelle jeder „normalen“ Gitarrensaite zwei. Eine dieser Saiten ist die gewohnte, die andere ist in vier von sechs Fällen eine Oktave höher. Hol Dir das E vom Klavier. Stimme ohne das Klavier die Oktavsaite (möglicherwiese mit Oktavflageolett über dem 12. Bund auf der tieferen Saite).
    2. Greife nun das e auf der d-Saite (2. Bund) und vergleiche das mit der Oktavsaite vom E. Stimme dann die Oktavsaite (s.o.).
    3. Greife das d' auf der h-Saite (3. Bund), vergleiche mit der Oktavsaite der d-Saite. Stimme dann die zweite h-Saite (keine Oktave!).
    4. Greife das H auf der A-Saite (2. Bund), vergleiche die Oktavsaite mit den leeren h-Saiten. Stimme dann die tiefe A-Saite.
    5. Stimme die beiden e'-Saiten nach der d-Oktavsaite (im 2. Bund gegriffen).
    6. Schlägst Du jetzt einen Akkord an, wirst Du hören, dass das hinten und vorne nicht stimmt (aber die Abweichungen sind meist kleiner, als bei anderen Methoden). Korrigiere vorsichtig und immer beide Saiten.

Training eines Tongedächnisses:
Es ist immer beeindruckend, wenn der Musiklehrer oder ein anderer abgedrehter Typ auf die Frage nach einem Kammerton, diesen ohne Anhaltspunkt (wenigstens annäherungsweise) singt. Einfache Methode, um dieses Tongedächtnis zu trainieren:
  1. Trage eine Stimmgabel immer bei Dir.
  2. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit, stelle Dir das a' vor, singe es wenn möglich und vergleiche es dann mit dem Ton der Stimmgabel. Nach anfänglichen Fehlgriffen nähern sich die angenommenen Töne immer stärker dem Kammerton an. Isso!
  3. Wenn Du mal gerade keine Stimmgabel hast, tue so, als ob Du eine in der Hand hättest, schlage Zeige und Mittelfinger an und führe sie zum Ohr. Die gewohnte Bewegung hilft dem Tongedächtnis – ist echt wahr!
So viel Späß beim üben erstmal!

Apropos Stimmungen: Hier sind ein paar nette Beispiele für unterschiedliche Stimmungen anzuhören, von Pytagoras über Werckmeister bis gleichschwebend temperiert.